Franz Albertskirchinger, Platzarbeiter; Emmeram Bauer, Greenkeeper; Samuel Marginean, Platzarbeiter; Josef Giglhuber, Qualifizierter Platzarbeiter; Thomas Albertskirchinger, Platzarbeiter; Andreas Bauer, Headgreenkeeper (Fachagrarwirt für Golfplatzpflege)

Greenkeepers corner

Golfplatzpflege mit Herzblut.....mit Hilfe der neuesten und modernsten Maschinen und einen motivierten professionellen Team wird der Platz stetig weiter verbessert und sein Pflegezustand auf einem konstant hohen Niveau gehalten.

Headgreenkeeper Andreas Bauer sorgt dafür, dass der Platz jeden Tag aufs Neue den höchsten Anforderungen genügt. Aufgrund des ebenen Geländes ist der Platz leicht und angenehm zu Fuß zu bewältigen.

Platzpflege

Warum müssen die Grüns eigentlich "aerifiziert" werden?

Täglich werden die Grüns mit den Mähern und Maschinen befahren, die Golfer drehen ihre Runden und die Bälle schlagen auf den Grüns ein. Der gesamte Boden wird durch diese Belastungen verdichtet. Dadurch werden die Hohlräume - die sogenannte Bodenporen - kleiner oder verschwinden ganz.

Die Wurzeln brauchen für ihre Arbeit aber frischen Sauerstoff und verbrauchte Luft muss aus dem Boden entweichen können, wenn die Wurzeln überleben sollen.

Wenn der Boden- Wasser- Lufthaushalt unterhalb der Rasenfläche gestört ist, geht die Wurzellänge und -masse zurück. Farbliche Veränderungen am Rasen deuten bereits auf eine dauerhaften Verschlechterung der Spielbedingungen hin. Damit es nicht so weit kommt, muss der Boden belüftet werden (Fachsprache: Aerifizieren).

Erfahrungsgemäß wird diese Prozedur, bei der reichlich Quarzsand über in den Boden gestanzte Löcher auf den Grüns eingebracht wird, zweimal pro Jahr notwendig. Kurzfristig sind die Grüns damit natürlich sehr unschön, aber nach kurzer Zeit ist alles wieder "wie neu".

Divots!

Ähnlich wie bei den Pitchmarken auf den Grüns, wo man durchaus auch Pitchmarken anderer Golfer entfernen kann, falls diese es versäumt haben sollten, so kann und sollte man auch Divots anderer Spieler wieder einsetzen. Auch dieses zählt zur Aufgabe eines verantwortungsvollen Golfers. Das alles wäre allerdings nicht nötig, wenn jeder Golfer mit der nötigen Disziplin über den Platz geht und gemäß der allgemein gültigen Golfetikette seine Pitchmarken und Divots ausbessern würde.

Es gibt unterschiedliche Methoden, Divots zu reparieren. Zunächst einmal unterscheiden wir bei den Divots zwei Kategorien: 

1. Die sogenannte „Rasierte Grasnarbe“.

Hier wurde nur die Oberfläche des Fairwaygrases abgeschält und die Graswurzel nicht verletzt, ähnlich wie beim Rasenschnitt. Eine Aktion ist nicht notwendig, da das Gras innerhalb kürzester Zeit nachwächst.

2. Das sogenannte „Schnitzel“.

Hier wurde ein Rasenstück mit Wurzeln herausgeschlagen. Eine Hilfe ist hierbei unbedingt gefragt. 

Während in wärmeren Regionen die Golfer gemeinhin Sand oder Grassamen mit sich führen und diesen zur Reparatur in das Divot einstreuen, wird in unseren Breitengraden das Rasenstück sauber und richtig herum wieder eingelegt und festgetreten. Passiert dieses nicht, können unerwünschte Fremdsamen von z.B. Löwenzahn oder Gänseblümchen hingetragen werden, Wurzeln bilden und die homogene Grasfläche zunichte machen. Herausgeschlagene und angetrocknete Rasenstücke können zudem die Mäher der Greenkeeper beschädigen. 

Hinzu kommt, dass ohne das Zurücklegen der Divots die Bälle nachfolgender Spieler in der Vertiefung liegen bleiben können. Und wer ärgert sich nicht darüber, wenn der Ball mitten auf dem Fairway in einem Divot zum Liegen kommt?

Die Qualität unserer Fairways ist also in hohem Maße von unserem eigenen Verhalten abhängig. Bitte nehmen Sie sich zukünftig die Zeit, um offene Wunden auf dem Grün und auf den Spielbahnen sofort zu reparieren, so wie es die Etikette vorschreibt. 

Verhalten Sie sich wie ein guter, erfahrener Golfer und helfen Sie uns, unseren Golfplatz in einem hervorragenden Zustand zu hinterlassen. Nur so können wir alle stolz auf unseren Platz sein und beste Ergebnisse auf unseren Runden erzielen.

Dollarflecken-Krankheit

Die Dollarflecken-Krankheit wird von dem pilzlichen Erreger Sclerotinia homoeocarpa verursacht und bleicht die Blätter der Gräser aus, befällt jedoch nicht die Gräserwurzeln.
Dieser Krankheitserreger führt gerade auf Tiefschnittrasen im Golfbereich zu deutlichen Beeinträchtigungen in der Rasenqualität.

Merkmale:

Je nach Schnitthöhe der Gräser bilden sich unterschiedlich große, scharf vom gesunden Rasen abgesetzte strohige, runde Flecken. An den Blättern fällt unter der Lupe eine deutliche helle Einschnürung auf. An der Grenze zum gesunden Gewebe bildet sich eine rötlich braune feine Linie.

Auf tief geschnittenem Rasen haben die Flecken etwa die Größe einer Euro-Münze (Dollarspot). Steigt die Schnitthöhe, werden auch die Flecken größer. Bei einem Fairway- oder Sportrasen können sie 5 - 15 cm groß und unschärfer werden. Die abgestorbenen Blätter nehmen eine hellgelbe, strohige Farbe an. Insbesondere bei Kurzschnittrasen wirken die Flecken wie leichte Vertiefungen im Rasen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und Tau kann man besonders morgens ein feines, weißes, spinnwebartiges Geflecht in diesen Vertiefungen erkennen. Es handelt sich um Myzel - Luftmyzel - des aktiven Pilzes.

Befallsfördnernde Kriterien:
Hohe Temperaturen am Tag (25 - 30° C) mit kühlen, taunassen Nächten.

Zur Bekämpfung regnen wir den Tau in den Morgenstunden ab und haben eine zusätzliche Düngung ausgebracht.

Vertikutieren – Was ist das überhaupt?

Um liegende Gräser zu schneiden und die Bildung von Filzauflagen zu verhindern wird beim Vertikutieren das organische Material mit rotierenden Messern vertikal durchschnitten und anschließend entfernt. Der ursprünglich englische Ausdruck ist aus den Wörtern vertical (vertikal, senkrecht) und to cut (schneiden) zusammengesetzt. Das zugehörige Gartengerät wird Vertikutierer genannt.

Da das Wachstum der Gräser in den Monaten April bis Juli am stärksten ausgeprägt ist (Poa annua Blüte), ist in dieser Zeit ein häufigeres Vertikutieren empfehlenswert. Denn wenn die Verfilzung zu stark wird, kann dies zu einigen Schwierigkeiten beim Golfspielen führen.

Damit die Durchlässigkeit der Nährstoffe auch in tiefere Schichten des Rasens gegeben ist, ist diese Tätigkeit gerade in den Wachstumszeiten der Gräser,  besonders zu empfehlen. Durch eine solche Maßnahme wird der Rasen nicht nur gekräftigt, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch „entlüftet“, was vor allem für das ungehinderte, gleichmäßige Wachstum, besonders auf Golfanlagen, wichtig ist.

Pitchmarken sind Platzwunden

Reden wir mal über Grüns! Allerdings nicht über phänomenale Acht-Meter-Putts oder Tap-ins. Es geht um schlecht behandelte Grüns, genauer gesagt um Pitchmarken. Wir kennen sie alle, diese hässlichen Dellen in der kurzgeschorenen Oberfläche, auf der unsere Bälle möglichst spurtreu Richtung Loch rollen sollen. Und wir kennen auch die unansehnlichen dunklen Punkte auf den Grüns, die so gar nicht ins samtig-grüne Gesamtbild passen wollen. Das sind die nicht ausgebesserten Pitchmarken von vor zwei Wochen.

Die Grüns sind das sensibelste und aufwändigst gebaute Element eines Golfplatzes. Jeden Tag werden sie zig-fach mit Füßen getreten. Das liegt in der Natur der Sache, ein Grün muss das abkönnen. Was ihm jedoch nicht gut bekommt, sind Verletzungen.

Jeder Ball, der auf die Grasdecke knallt, hinterlässt einen Abdruck. Auf harten, trockenen Grüns und bei geringem Falltempo ist der meist kaum oder gar nicht zu sehen. Aus großer Höhe und bei weichen Grüns indes erzeugt das „Geschoss“ förmlich eine Platzwunde: Beim Aufprall des Balls werden die oberen Bodenschichten an die Ränder des Einschlaglochs gedrückt, die Grasnarbe faltet sich auf. „Lücken in der Grasnarbe, beispielsweise durch schlecht oder nicht reparierte Pitchmarken, fördern Gräserkrankheiten“, sagt Golfrasen-Experte Klaus Schmitt, der europaweit bei der Neuanlage und Sanierung von Plätzen berät.

Als Gegenmittel hat irgendwann ein kluger Kopf die Pitchgabel erfunden. Auf der Runde sollte sie nicht nur allzeit griffbereit sein, sondern vor allem benutzt werden. Zum Ausbessern der selbst verursachten Krater, das ist eine Frage der Etikette. Und auch für fremde Pitchmarken. Man muss freilich den Eindruck gewinnen, dass eher das schlechte Beispiel Schule macht: Auf manchen Grüns hat‘s fast mehr frische und alte Schmisse als ein Golfball Dimples zählt.

„Nach mir die Sintflut“?

150 Quadratmeter eines Grüns, so wird geschätzt, werden im Lauf einer Saison von Pitchmarken belegt. Statt die Hinterlassenschaften zu kaschieren und den folgenden Spielern eine ordentliche Oberfläche und eine saubere Puttlinie zu hinterlassen, herrscht allzu oft scheinbar das Prinzip „Nach mir die Sintflut“.

Für den Bau eines Grüns gibt es unterschiedliche Standards. Den höchsten, eine Mehrschichten-Bauweise mit Unterboden, Kiesschicht zur Aufnahme der Dränage sowie Sand- und Rasentragschicht, hat der amerikanische Golf-Verband USGA definiert. In Deutschland ist die „Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau“ (FLL) für entsprechende Empfehlungen zuständig. „Ein Grün nach USGA- oder FFL-3-Standard, also die reine Puttfläche, kostet bis zu 50 Euro pro Quadratmeter“, verdeutlicht der Essener Golfplatz-Designer Ulrich Katthöfer. Die durchschnittliche Größe von Grüns liegt bei 400 bis 600 Quadratmetern, eine simple Rechenaufgabe. Addiert man das Umfeld hinzu, fällt allein für den Grünkomplex nicht selten die Hälfte der Baukosten pro Spielbahn an.

Pitchmarken ausbessern bedeutet: Ränder nach innen drücken

Das sollten sich all diejenigen zu Herzen nehmen, denen eine Pitchgabel eher als skurriles Utensil vorkommt. Ball-Einschlaglöcher nicht auszubessern, kommt vorsätzlicher Sachbeschädigung gleich.

Die richtige Handhabung einer Pitchgabel wird vielfach missverständlich erklärt, ist aber einfach und naheliegend. So, wie bei einer Blessur der Haut die Wundränder zusammen geführt und geschlossen werden, so gilt es auch den vom Ball verursachten Krater zu schließen. Die Pitchgabel wird rund um das Einschlagloch mehrfach seitlich (45 Grad Winkel) in den Boden gesteckt und dann vorsichtig nach vorne gedrückt. Leichte Drehbewegungen sind dabei durchaus hilfreich. Abschließend wird die Fläche mit der Puttersohle geebnet.

Keinesfalls jedoch wird eine Hebelbewegung ausführt, um die Delle wieder nach oben zu drücken. Damit macht man alles nur noch schlimmer, die Wurzeln werden ausgerissen, das Gras stirbt unweigerlich ab.

Nach einer Untersuchung der PGA of America regeneriert sich das Grün bei Pitchmarken, die innerhalb der ersten fünf Minuten korrekt repariert werden, binnen 24 Stunden spurenlos. Ohne Ausbesserung benötigen die Selbstheilungskräfte des Grases dafür deutlich länger, vier bis sechs Wochen. In dieser Zeit ist die Kahlstelle eine offene Wunde und damit ein idealer Nährboden für Infektionen oder Pilzbefall.

Die Schotten haben das passende Sprichwort fürs Problem: „Wenn jeder zwei Pitchmarken pro Grün ausbessert, gibt‘s bald keine mehr.“

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CONCEPTNET - Medienagentur des Golfclub Straubing